Schließung von Schott’s Blog
Schott’s Blog ist ab sofort geschlossen - fast. Viele Artikel im Weblog werden für eine Übergangszeit weiterhin abrufbar sein, vielleicht gibt es noch die eine oder andere Aktualisierung, mal sehen. Wie lange wird diese Übergangszeit sein? Das weiß ich selber noch nicht, vielleicht wenige Wochen, vielleicht einige Monate. Ich kann meine Webpräsenz monatlich kündigen, momentan bin ich mir noch nicht sicher, wann der Zeitpunkt gekommen ist, hier in Deutschland endgültig auf das Betreiben einer Webpräsenz zu verzichten.
Warum habe ich mich entschlossen, dieses Weblog nicht weiterführen zu wollen? Nun ja, in Deutschland haben wir eine Zensurrechtsprechung, de facto ist Deutschland heute möglicherweise eine Diktatur. Da macht es keinen Sinn, unnötig Angriffsfläche zu bieten. Also es kommen verschiedene Faktoren zusammen - dank der freiheitsfeindlichen Impressumspflicht haben Abmahnanwälte es ziemlich leicht. Aber auch Störenfriede können auftauchen, wenn man sich zu umstrittenen Themen äußern möchte - darauf verzichte ich ja sowieso weitestgehend. Perspektive2010.de hat es ganz gut formuliert:
»Wer die Wahrheit ausspricht, braucht ein schnelles Pferd.«
Man benötigt also ein schnelles Pferd - mit einem Impressum in Deutschland ist das auf Dauer nicht zu machen. Schnelle Pferde gibt es im Ausland - am besten, man gibt sich als US-Amerikaner aus, Texas soll ganz gut sein in Sachen Meinungsfreiheit.
Vor einigen Monaten wurde Mein-parteibuch.de geschlossen:
»Mein grundgesetzlich garantiertes Recht auf Meinungsfreiheit ist in Deutschland offensichtlich nicht das Papier Wert ist, auf dem es gedruckt ist. Es ist absehbar, dass ich für die weitere Veröffentlichung meiner Rechercheergebnisse und meiner Meinung unter meinem eigenen Namen unter Missbrauch der Gerichte zumindest finanziell ruiniert oder gar ins Gefängnis gesperrt würde.«
Ganz genauso ist es - die Meinungsfreiheit in Deutschland wird in der Realität nicht gewährleistet. Das kleine bisschen, was unsere Richter politisch engagierten Bürgern übrig lassen an freier Meinungsäußerung, das ist einfach viel zu wenig.
Meinen Lesern und Leserinnen wünsche ich alles Gute. Ich werde natürlich auch weiterhin im Internet in irgendeiner Form präsent sein. Aber vor Deutschlands Richtern habe ich einfach viel zu viel Angst, mit denen möchte ich mich nicht streiten. Und wenn ich bei sehr vielen Themen nachdenken muss, wie ich möglichst ohne Angriffsfläche formuliere, dann komme ich einfach zu dem Schluss, dass man es besser ganz sein lässt.
Veröffentlicht am 02.07.2007

