August 16, 2006

Deutschlands heimliche Herrscher

Posted in Allgemeines

In der Theorie ist die Bundesrepublik ein demokratischer und sozialer Staat. Zumindest steht das inhaltlich so im Grundgesetz. In der Praxis sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Das soll an einem einfachen Schaubild dargestellt werden:


Herrschaft in Deutschland
Die heimlichen Herrscher in Deutschland sind die Meudalherren (A-D). Ein Meudalherr hat regelmäßig ein Vermögen im Wert von mehr als 50 Millionen €.
Die Meudalherren sind Eigentümer der Konzerne (E-H). Jeder Meudalherr besitzt zahlreiche Aktien von verschiedenen Konzernen. Im Ausnahmefall besitzt auch mal ein Meudalherr einen vollständigen Konzern.
Im Beispiel hält Meudalherr A 100% der Aktien des Konzerns E. Er hält 33% der Aktien des Konzerns F. Meudalherr B ist Aktionär bei Konzern F (33% der Aktien). Meudalherr C ist Aktionär bei F, wo er ebenfalls 33% der Aktien hält. Darüberhinaus hat Meudalherr C 50% der Aktien von Konzern G. Die anderen 50% des Konzerns G hält die Meudalfrau D. Meudalfrau D hat darüberhinaus 100% der Aktien von Konzern H.
E ist zu 50% Eigentümer der Zeitung J. Darüberhinaus ist E zu 50% Eigentümer des TV-Senders K. Die anderen 50% am TV-Sender K gehören dem Konzern F. Der TV-Sender K seinerseits ist zu 50% Eigentümer an der Zeitung J.
Die Zeitschrift L gehört 100% dem Konzern F. Der Radiosender M gehört zu 50% G und zu 50% H.

Der Arbeitnehmer N ist Abonnent der Zeitung J. Der Erwerbslose O hat kein Geld für die Zeitung und schaut deswegen den TV-Sender K. Das Kind Q darf auch den TV-Sender K anschauen. Der Rentner R liest regelmäßig die Zeitschrift L und hört den Radiosender M.

Was aber hat der Politiker P zu sagen? Welche Rolle spielt er in dem ganzen Spiel? Der Politiker P ist darauf angewiesen, dass die Zeitung J positiv über ihn berichtet, damit der Arbeitnehmer N ihn wählt. Der Meudalherr A hat nichts dagegen, wenn der Arbeitnehmer N den Politiker P wählt, solange der Politiker P nichts dagegen hat, dass das Vermögen des Meudalherren A weiterhin zulasten des Erwerbslosen O, des Kindes Q und des Rentners R erhöht wird. Sollte der Politiker P die Meinung vertreten, dass das Eigentum der Meudalherren (A-D) sozialgebunden ist, dann weiß die Zeitung J ganz genau, dass sie nicht positiv über den Politiker P berichten darf.

Aufgrund der gegenwärtigen Eigentumsverteilung in der Bundesrepublik Deutschland – in den meisten anderen Staaten sieht es ähnlich aus – sind die eigentlichen Herrscher die Meudalherren. Das Schema soll das ein bisschen verdeutlichen. Die Demokratie hat lediglich die Aufgabe, dem Arbeitnehmer N, dem Erwerbslosen O und dem Rentner R die Möglichkeit zu geben, den Politiker P zu wählen oder nicht zu wählen. An der Eigentumsverteilung zu Gunsten der Meudalherren wird auch durch die Demokratie nichts geändert. Denn wenn Politiker P positiv in den Massenmedien J, K, L oder M genannt werden möchte, dann darf er auf gar keinen Fall gegen die Interessen der Meudalherren verstoßen.
Politiker P gehört zur mittelmäßigen Führungselite, die uns zu Grunde richtet. Warum kapieren das eigentlich N, O und R nicht? Die Antwort ist ganz einfach: Zeitung J berichtet ständig darüber, dass der Erwerbslose O ein Sozialschmarotzer und Parasit ist, dessen Lebenserwartung kürzer ist. N kann sich freuen, dass er eine höhere Lebenserwartung als O hat. So gelingt es, den Arbeitnehmer N gegen den Erwerbslosen O aufzuhetzen.
In der Zeitschrift L wird dem Rentner R das Märchen erzählt, dass er auf Rente verzichten muss, damit wieder genügend Geld für die Ausbildung des Kindes Q in der Kasse ist.

Es geht darum, die verschiedenen Gruppen N, O, Q und R gegeneinander auszuspielen. Dazu gibt es die Massenmedien. Politiker P muss sich den Interessen der Massenmedien unterordnen. Der Sozialstaat behindert das Interesse der Meudalherren, ihr eigenes Vermögen möglichst schnell zu mehren. Deswegen lassen die Meudalherren (A-D) in den Massenmedien (J-M) das Märchen verbreiten, der Sozialstaat sei zu teuer und könne nicht mehr finanziert werden. Politiker P erzählt das gleiche wie die Massenmedien (J-M). Am Ende werden N, O, Q und R immer ein bisschen enteignet. O wird etwas mehr enteignet als N. Q wird mehr enteignet als R. Immer schön ungleich enteignen. Teile und herrsche. Und wenn der Politiker P mitmacht, dann wird er irgendwann ein Pöstchen bei Konzern H erhalten.

[Edit 18.8.2006: Schreibfehler korrigiert. Danke für die E-Mail mit dem Hinweis.]

9 Comments

  1. Winfried Meyer said,

    August 16, 2006 at 10:59

    zu Albrecht Müllers “Machtwahn” (in Nachdenkseiten) steuere ich folgenden Artikel bei :

    Wirtschaftspsychologie

    „Macht macht bitter und krank“

    http://tinyurl.com/ecgpa

    [Hallo Winfried Meyer, Danke für Deinen Beitrag. Das umfangreiche Zitat habe ich durch einen kurzen Hyperlink ersetzt. Gruß, Kai Schott]

  2. Winfried Meyer said,

    August 16, 2006 at 12:02

    Hallo Kai Schott ,

    … nicht nur die Quant-Family über Altana-AG ist in die aktuelle DocMorris-Aktion im Testgebiet Saarland involviert , sondern auch die Haniels , Ruthenbecks , Mohns etc …

    Lies mal bitte die Historie um den derzeitigen CDU-Landesminister Josef Hecken .

    Als Einstieg möge mein Leserbrief-Dialog im Saar-Echo dienen
    http://www.saar-echo.de/de/Kat.php?K=11
    mit Ernst Prillinger “Menschen spielen keine Rolle” (12.08.06)
    als Antwort an mich (09.08.06) “Unrecht politisch legalisiert”

    Derzeitiger Dialog-Status :
    Wir haben Ihren Leserbrief erhalten.
    2006-08-13 11:25
    zu Artikel: (32226) Menschen spielen keine Rolle
    Ihr Text:

    korruptionsanfälliges Gesundheitswesen

    Gebrauch + Missbrauch scheinen die Ausprägung menschlichen Denkens/Handelns auf allen Ebenen zu sein , nach dem Prinzip \”jede Medaille hat 2 Seiten\” , insbesondere auf mandatsgegründeten Gesetzgebungsverfahren.

    Wenn die Saar-Echo-Redaktion in Leserbriefen die Hyperlinktechnik zulassen würde wie in Journalistenberichten z.B. über \”Bilderberger->Bolkestein\” (Anette Groth – Attac-Stuttgart) , dann wäre die Durchschlagskraft von Saar-Echo noch besser …

    Denn die Konzentration des Lebensmittelhandels mit denaturierter Ware zwecks Discountpreisen ist längst auch im Pharmagrosshandel angekommen :
    http://www.pharma-privat.de/gesellschafter/marktsituation.php

    — 80.000 Arzneimittel bei nur 6.000 Wirkstoffen —

    Unter dem z.B. Google-Suchbegriff \”Gabriele Bojunga\” (Transparency-International) wird der interessierte Leser gewiss fündig … bis hin zur Kammer-/Verbands-/Zunft-eigenen Marketinggesellschaft http://www.mgda.de sowie deren \”Ketten(?)-Konkurrent\” namens http://www.avie.de

    weiterführendes Schaubild :
    http://www.apothekenforum.com/htm/abdaorg.html

    Grüsse
    Winfried Meyer

  3. Winfried Meyer said,

    August 16, 2006 at 12:26

    Hyperlink-Korrektur :

    http://www.saar-echo.de/de/kat.php?k=11

  4. Heiko said,

    August 18, 2006 at 14:13

    Das Buch “Wem gehört die Republik” zeigt anhand der Beiteiligungen der 100 größten Konzerne Deutschlands die Fäden der Macht. Gibt es auch in einer Version für Europa…

    greetz Heiko

  5. Daniel said,

    August 19, 2006 at 13:12

    Ich kenne solche Bücher unter dem Titel “Wem gehört Deutschland?” Recht widerlich, wenn man sieht, welche Macht- und Kapitalstrukturen da verbandelt sind…

    MfG

    Daniel

  6. Androsch said,

    October 3, 2006 at 13:59

    Hallo lieber Schott, eine interessante Theorie und ein schönes Schaubild. und vielen Dank für Deinen Blog, den ich immer gerne lese.

    Natürlich versucht jeder, Geld Einfluss und Macht zu gewinnen. Aber zum Glück leben wir ja in einer pluralistischen Gesellschaft. Ganz so schlimm wie angedeutet ist es nicht. Und zum Glück gibt es jetzt ja das Internet und wird können die Medien mit Blogs umgehen und die Monopole durch Ebay. Es wird also sogar besser.

    Ich möchte darauf hinweisen, dass wir alle von der Marktwirtschaft profitieren, wenn auch einzelne mehr als andere. Sozialismus und Staatswirtschaft wären auf jeden Fall ein größeres Übel. Und wir haben schon 50% Staatswirtschaft.

  7. Alfred Mente said,

    December 8, 2006 at 21:54

    DIE DREI M
    NORMAL-ANNORMAL / SOZIAL-ASOZIAL

    A) Messies
    Sammeln alle möglichen Dinge ohne Ende

    B) Millionäre
    Sammeln ohne Ende Geld

    C) Mörder

    A+B haben gemeinsam das sie zu einer kleinen Minderheit der Bevölkerung gehören.

    Sammlertyp A:
    Es ist bekannt das diese Menschen darunter leiden und sich schämen. Mit psychologischer Betreuung oder in Selbsthilfegruppen ist es möglich sie von diesem Syndrom zu heilen. Der Schaden für die Gesellschaft und nähere Umgebung der Messies ist relativ gering.

    Sammlertyp B:
    Diese Menschen zeichnen sich durch die Entwicklung von allerlei Strategien zu ‚Geldvermehrung’ aus. Sie schließen sich zu Vereinen (auch kriminellen) zusammen gründen Schutzorganisationen (BDI, BDA etc.). Sie beauftragen berufsmäßige Verwalter ihrer Geldsammlung (Banken, Fonds etc.) Häufig ist der Typ B auch gleichermaßen dem Typ C zuzuordnen.

    Lieber Kai Schott,
    HIER WÜRD ICH GERN DEINE TOLLEN MEUDALHERREN EIFÜGEN!
    Schön wäre, auch wenn mein Txt noch verbessert und erweitert würde, um ihn dann auf meiner HP: http://www.alfredmente.de/home.html einzustellen. Mit deinen Meudalherren natürlich nur mit deiner Genehmigung.
    Freundliche Grüße und weiter gutes Gelingen für dein Blog!
    Alfred Mente

    Was, zwingt einige Menschen nach immer mehr Geld zu jagen.
    Was treibt sie an?

    Irrationale Sammelwut?
    Ist es die Gier nach Reichtum?
    Der unstillbare Hunger nach Macht, die der Reichtum ermöglicht?

    Ist es ein angeborener Trieb?
    Ein genetischer Defekt?
    Ein Fehler in ihrer Erziehung?
    Sind die Eltern schuld?
    Das soziale Umfeld in dem sie aufwachsen mussten?
    Ihr schlechter Umgang?

    Sind sie krank?
    Sind sie Soziopathen?
    Unter Paranoider Persönlichkeitsstörung leidende?
    APS?
    Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)?

    Können sie ihr Tun selbst erkennen?
    Einige von ihnen Spenden oder Stiften, ist es Machtausübung oder Ablasshandel?
    Haben sie Schuldgefühle?
    Leiden sie unter ihrem Tun?

    Es sollte wissenschaftlich untersucht werden!
    Denn es ist eines dieser bisher kaum durch systematische Untersuchungen erforschte Problem der Entwickelten Gesellschaften!
    Es ist ja möglich Messies zu heilen, warum nicht auch die, die durch Geld nach Macht streben, und inzwischen als Betreiber der Globalisierung lediglich noch als Zocker an den Börsen der Welt tätig sind.
    Anstatt Kapitalien in nachhaltige Energieprojekte zu investieren, finanzieren sie Kriege zur Verteidigung ihrer Währung und Sicherung von Ölquellen. Diese Menschen bedürfen all unserer Fürsorge, wir sollten versuchen sie zu heilen, wenn wir das nicht hinbekommen, werden sie den Planeten auf dem wir alle Leben zu Grunde richten und damit uns und auch sich selbst.

    Schwierigkeiten der wissenschaftlichen Erforschung:
    1. Probanden zu finden.
    2. Unabhängige erfahrene Neurologen/Psychologen und Soziologen zu finden

    Möglichkeiten-
    Volksbefragung:
    Wer nicht aufhört Geld zu scheffeln, nicht nach der 1.ten, 2.ten oder 3.ten Million Euro oder nach der 1.ten Milliarde, ist das eine Krankheit also Machtwahn?
    Sollten Machtwahnsinnige isoliert und weggesperrt werden?
    Den Typ C) sperren wir ein, darüber herrscht ja auch Einigkeit!

  8. Alfred Mente said,

    January 22, 2007 at 13:41

    Meudalherr “Rossmann”

    ROSSMANN KASSIERT DAS GELD UND LIEFERT NICHT
    Erfahrungsbericht mit der Rossmann Online GmbH

    ODER DIE ‚UNENDLICHE GESCHICHTE’,
    DIE SICH JETZT, ÜBER ‘ZWEI JAHRE’ HINZIEHT!

    Rossmann Online, erste Mail an mich:
    >Wir bedanken uns für Ihre Bestellung!
    >Ihre Kundennummer ist ……… Die Auftragsnummer lautet ……….
    >Sie erhalten umgehend
    >eine Bestätigung Ihrer Bestellung per E-Mail.
    >Ca. 24h vor Auslieferung der Artikel erhalten
    >Sie eine weitere E-Mail mit genaueren Informationen zum
    >Lieferzeitpunkt.

    Hoffnung
    Eine Mail von Rossmann:
    >Hallo Alfred Mente,
    >heute, am 19.12.2006, konnten wir die von Ihnen bestellten Waren an >folgende Adresse versenden:…………..

    Na Prima dachte ich mit etwas Glück habe ich das Teil noch zu Weihnachten!

    In den Tagen zwischen Weinachten und Neujahr
    Keine Nachricht von Rossmann Online und keine Lieferung!

    Ein Anruf beim Rossmann Online Kundenservice 0 18 05 / 65 44 56 (0,14 €/Min.) ergab auch nichts, die Dame am Telefon versprach sich zu kümmern, mein Anwalt erklärte mir einige Tage später ich hätte unbedingt ihren Namen notieren müssen, ohne Namen ist das leider nicht beweisbar. Am 03.01.07 sendete ich an Rossmann eine Mail, auf die keine Antwort erfolgte. Auch auf eine weitere Mail meinerseits am 08.01.07 erhielt ich keine Antwort. Ein Eingeschriebener Brief an Rossmann(mit Rückschein) wurde ebenfalls nicht beantwortet.

    Telefongespäche:
    Wenn Sie weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an unseren Kundenservice unter der Telefonnummer 0 18 05 / 65 44 56 (0,14 €/Min.) Also Informationen wollte ich unbedingt ich sprach mit einer Frau Schlack, Frau Cumeit und mit Frau Kanminitczny.
    Ich bekam die sog. Paket – ID / 306214759912 und versuchte bei der DHL online herauszufinden, wo die Sendung verblieben ist hier die Ergebnisse. (ich habe alle drei in frage kommenden Möglichkeiten probiert) Ein Paket war an mich nicht unterwegs! In der pdf Datei sind die 3 Bildschirmfotos über die Aktion abgebildet.

    Download als pdf-Datei:
    http://www.alfredmente.de/Veranstaltungen_Aktion/Onlinekauf/Erfahrungsbericht_mit_der_Rossmann_Online_GmbH.pdf 77,6 kb
    Oder alles ansehen auf der Homepage:
    http://www.alfredmente.de/Veranstaltungen_Aktion/Onlinekauf/onlinekauf.html

    HEUTE MONTAG AM 22. JANUAR 07.
    VON ROSSMANN KEINE ANTWORT
    KEINE ERKLÄRUNG
    KEINE LIEFERUNG!

    Aber die 699,- Euro, die haben sie schon kassiert!

  9. Meudalismus » Blog Archive » Timokratie said,

    June 22, 2007 at 16:46

    [...] ein Glück für Deutschlands heimliche Herrscher, dass Deutschlands Arbeitnehmer so unterwürfig sind, so dumm sind, und natürlich auch letztlich [...]

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